Frankfurter Buchmesse Tag 0: Anreise

So, auf ins große Frankfurter-Buchmesse-Action-Abenteuer! Die Koffer sind gepackt, der Zug ist abgefahren, und ich sitz (gottseidank!) drin! Mein Plan für die nächsten vier Tage ist so einfach wie genial: allein den Buchmarkt im Sturm erobern! Der besondere Fokus liegt zunächst im Sektor Kinderbuch, wo ich mich als Illustrator und (Möchtegern-)Autor präsentieren werde. Dann weite ich den Feldzug in Richtung Belletristik aus, Bereich Kriminalroman (mein Manuskript befindet sich in Ausarbeitung und es ist – soviel darf vorab schon verraten werden – so dermaßen heiß, dass ich nur mehr mit Grillhandschuhen tippe). Ach, und nebenbei verschaffe ich mir einen kleinen Job als Buchredakteur, Lektor oder sowas in die Richtung bei irgend ’nem Topverlag, um mir nach Ablauf meines Univertrags noch eine Zeit lang meine Brötchen verdienen zu können – so lange halt, bis einer meiner Bestseller einschlägt und den John Grishams dieser Welt zeigt, wo verdammt nochmal der Hammer hängt!

Aber immer mit der Ruhe und immer eins nach dem anderen. Zunächst heißt es mal, sich ganz höflich bei Verlagen vorstellig machen. Bei welchen spezifisch? Ganz spezifisch bei allen, die meinen Weg kreuzen, und ein Blick in die eigens heruntergeladene Frankfurter-Buchmesse-App sagt mir: das sind scheißviele! Umso besser also, dass ich ein Arsenal an Publikationswaffen dabei habe, bei dem sich jeder Terminator in die Hosen strullern würde: 

1) 100 Stück frisch gedruckte Visitenkarten, die ich jedem Verleger, der seinen Blick nur annähernd in meine Richtung lenkt und den Mund auch nur einen Spalt weit öffnet, in den Rachen stopfe

2) ein bereits veröffentlichtes literarisches Werk (meinen komischen Gedichtband Nicht nur Nonsens, zwar im Amazon-Eigenverlag publiziert und nicht bei einem „echten“, aber schön blöd wär ich, das gleich jedem auf die Nase zu binden), um mächtig Eindruck zu schinden

3) ein bereits veröffentlichtes wissenschaftliches Werk (Writing on the Edge, das nach gut anderthalb Jahren auf dem Markt mittlerweile Verkäufe im sage und schreibe unteren einstelligen Bereich erzielt), um den Literaten mit Hirn raushängen lassen zu können

4) ein Illustrationsportfolio, bei dessen Anblick Michelangelo kreidebleich-sabbernd fragen würde: „Wie zum Teufel hat der das gemacht?!“

5) zwei Kinderbuchmanuskripte (inklusive einiger Probeillustrationen), so schön gereimt, dass Goethes „Gedichte“ dagegen hundert Jahre alt aussehen; und 

5) (sozusagen als meine Asse mit Ärmel), zwei T-Shirts (eins davon nur leicht verschwitzt), bedruckt mit eigenen Illustrationsdesigns, die ich bei meinem Sturm auf die Messe selbstverständlich anhaben werde (nicht beide gleichzeitig, versteht sich).

Also, möge mir wer sagen, was da, bitteschön, jetzt noch schiefgehen soll? Morgen Frankfurt, und übermorgen der Rest der Welt! 

Heute allerdings noch den Weg in mein Privathauptquartier finden (na gut, nicht ganz privat, ist’n Schlafsaal mit sechs Betten) – die billigste Absteige, die sich auf die Schnelle noch bookingdotcommen ließ (ich nenne sie liebevoll: „Das Reich der Küchenschaben“). Man vergesse nie: Die größten Eroberungsstrategien wurden oft in den übelsten Spelunken geboren… 

Fortsetzung folgt!

Autor: grindknight

Johannes Mahlknecht hat lange Zeit Verschiedenes an verschiedenen Universitäten studiert und nebenbei sogar etwas Vernünftiges gelernt. Reimen etwa. Die Neigung zum humorvollen ebensolchen entwickelte er mit der Erkenntnis, dass Lachen hie und da recht angenehm sein kann. Im Illustrieren ist Mahlknecht auch nicht der Allerschlechteste. Zur ersten Publikation gelangte er mit vier Jahren, nachdem seine Kindergärtnerin einen von ihm ganz alleine gemalten Fisch an die Zeitung schickte, wodurch er sich sozusagen über Nacht als der "Mozart der Malerei" keinen Namen machte.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s