Grindknight vs. Katharina Zipser: Das Laufduell (Teil 3, Grand Finale)

Ich laufe also los. Viereinhalbmal um einen Acker drum rum soll’s gehn, bisschen Schotter aber meistens Asphalt, und das alles bei strahlendem Sonnenschein, das müsste doch zu schaffen sein. Ich leide zwar noch immer unter dem Schock meines Fast-Zu-Spät-Kommens, blicke aber konzentriert auf den Zopf vor mir. Das wird die Zipser sein, bin mir fast sicher – aber eben nur fast. Und von Sekunde zu Sekunde werde ich weniger und weniger sicher, denn der Zopf, samt Kopf- und Körperzubehör, wird vor meinen Augen mit jedem meiner Schritte ein Stück kleiner. Eine ganze Menge Köpfe und Körper werden immer kleiner, stelle ich mit einiger Verstörung fest. Aber wurscht, hab ja noch Reserven, muss halt a bissi anziehn mit dem Tempo, auch wenn’s wehtut. Ich geb also Gas und schau auf meine geliebte, schicke, rote Polar M400 Pulsuhr, die bei keinem Lauf fehlen darf. Ich schlucke innerlich und frage mich, ob sie bei diesem Lauf nicht vielleicht doch hätte fehlen dürfen, denn sie zeigt mir einen demoralisierenden Puls von 190, was relativ verdammt hoch ist –  und immer noch weigern sich die Köpfe vor mir, größer zu werden. Groß sind nur noch jene, die immer wieder an mir vorbeizischen, aber auch die werden rasch wieder kleiner. Es hilft nichts, ich beschließe zu verlangsamen, um den Puls zu senken. Denn wenn ich so weitermache, klappe ich womöglich noch zusammen, und den Vorfall hatten wir ja schon im Frühjahr beim Leifers Trail. Nochmal muss echt nicht sein.

Doch siehe da, Licht am Horizont! Hundert Meter weiter vorn am Streckenrand stehn vier oder fünf Kinder mit Wasserbechern in den Händen, die sie den keuchenden Läufern und Läuferinnen entgegenstrecken. Ein Frischeschock ist vielleicht genau das, was ich brauche, um endlich zur Höchstform auflaufen zu können und das Ruder rumzureißen. Mit fuchtelnden Händen bedeute ich den Kids schon von einiger Entfernung, sie mögen mir das Gesöff nicht in die Hand drücken, sondern lieber direkt ins Gesicht schütten. Einige zögern noch als ich näherkomme, aber zumindest drei scheinen meine Anweisung korrekt interpretiert zu haben und folgen ihr mit Freuden. Leider ist ihr Ziel jenseits von erbärmlich: Zwei Ladungen gehn voll daneben, eine klatscht mir immerhin auf die Brust. Besser als nichts, aber nicht genug, um mich wirklich zu beschleunigen. Und der Puls ist immer noch weit höher als mir lieb ist. Nie mehr nehm ich die blöde Pulsuhr mit! Am Straßenrand erspähen meine müden Augen dann noch einen Kollegen vom Laufteam, mit dem ich mittwochs meistens durchs Gelände sause. Er ist einerseits nett genug, für mich seine Flasche Sprite zu opfern, die ich ihm dankend aus der Hand reiße (und tatsächlich auch trinke!); andererseits ist er auch ehrlich genug, mir in ebenso freundlichen wie deutlichen Worten klarzumachen, dass ich mit dem, was ich hier im Moment so abliefere, nicht zwangsläufig Rekorde brechen werde.

Nach etwa einem Drittel der Strecke beginne ich also, mich langsam mit dem Gedanken anzufreunden, heute keinen Weltrekord aufzustellen. Ja ich kann bald sogar akzeptieren, dass ich entgegen aller meiner Erwartungen wahrscheinlich nicht mal Erster werden werde. Nicht anfreunden aber will ich mich mit dem Gedanken, heute Letzter zu werden. Kaum eine Schmach in einer Ergebnisliste ist, neben einem gefürchteten „DNF“ („Did Not Finish“), unter Läufern so groß wie ein „DFL“ („Dead Fucking Last“). Also, gib zumindest etwas Gummi!

Was Zipser betrifft, so glaube ich mittlerweile übrigens, dass sie vielleicht doch ihrer Erkältung wegen auf die Rennteilnahme verzichtet hat (für sie ist so ein 10Kilometerlauf eh nichts anderes als ein weiteres lockeres Training auf ihrem Weg zum nächsten Marathon). Bis plötzlich eine Gazelle auf Sprungfedern geräuschlos an mir vorbeihuscht. Nein, doch keine Gazelle – sie ist es, kein Zweifel: Katharina Zipser! War sie echt bis jetzt die ganze Zeit hinter mir? Aber was bringt’s, mir selbst was vorzumachen, sagen wir’s einfach wie’s ist, egal wie sehr es schmerzt: sie hat mich soeben überrundet. Hatte ich wirklich jemals tatsächlich auch nur eine Sekunde lang ernsthaft geglaubt, ich könne schneller laufen als sie? Nun, die ehrliche Antwort ist: Nein – und, Ja. Nein, weil ich nachweislich meiner Frau vor dem Rennen gesagt hatte, mein Ziel sei lediglich, weniger als zehn Minuten langsamer zu sein als Zipser – das ist vernünftig und mit ein bisschen Training für einen wie mich absolut im Rahmen des Erreichbaren. Und Ja, weil, nun, weil es hie und da eben verdammt nochmal einfach Spaß macht, unvernünftigen Zielen nachzuhängen! Weil es Spaß macht, Grenzen sprengen zu wollen, von denen man weiß (zumindest sobald sich die spielverderberische Vernunft einschaltet), dass sie nicht zu sprengen sind. Und hat nicht irgendein mehr oder weniger großer Geist mal sowas gesagt wie „wer nie zu hoch greift, wird die Sterne nie erreichen“?

Diesen Stern vor mir, soviel ist jedenfalls schon mal klar, erreiche ich nie und nimmer. Stattdessen flüstere ich wie automatisch: „Gib Gas!“ Und ich weiß, dass es nicht an mich selbst, sondern an Zipser gerichtet ist. Möge sie Gold holen! Ich ächze derweil in meinem Tempo weiter und bin froh erkannt zu haben, dass ich trotz meiner vergleichsweise jämmerlichen Darbietung weder frustriert noch grantig bin. Ich bin ich einfach nur: ehrfürchtig.

Ich weiß nun, denke ich mir, warum wir dazu neigen, Topathleten anzufeuern, bis wir heiser werden; warum wir uns überschlagen, wenn die Michael Phelpse dieser Welt alles an Olympiagold abräumen, was abzuräumen ist; warum wir Spitzensportler verehren, als seien sie Halbgötter. Nicht etwa, weil sie ganz einfach das und nichts Anderes sind (das wäre mein erster Gedanke gewesen). Nein, eben weil sie keine sind, sondern unterm Strich auch nur Menschen wie du und ich. Und als Repräsentanten unserer Spezies zeigen sie uns mit ihren Leistungen immer wieder, wozu ebendiese Spezies fähig ist, wenn sie nur will und wenn sie nur dranbleibt. Mit jeder neuen hundertstel Sekunde, um die ein Marathonrekord unterboten wird, feiern wir also nicht nur denjenigen, der den Rekord aufgestellt hat, sondern auch uns selbst. Wir haben das geschafft! Und was, bitte, kann ich schaffen? Nun, ich habe keine Ahnung, aber Spitzensportler können mich dazu inspirieren, es rausfinden zu wollen, ob beim Laufen oder sonstwo.

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Kaum zu glauben, aber Katharina Zipser ist nur um Haaresbreite vor mir! (Muss ja keiner wissen, dass sie mich soeben überrundet hat)
Mit derlei Gedanken im Kopf laufe ich also vergnügt und befreit weiter. Die Kinder mit den Wasserbechern haben übrigens dazugelernt, und ohne dass sie sich lange von mir bitten lassen klatschen sie mir drei vier Wasserladungen voll ins Gesicht – nicht, dass mich das eine Millisekunde beschleunigen würde, aber die Kinder scheinen wenigstens ihren Spaß dabei zu haben. Ich high-five ein letztes Mal meine Frau und meinen Ältesten, die am Straßenrand zusehen (der Jüngere war über meine Wettkampfteilnahme dermaßen aufgeregt, dass er gleich nach dem Start im Kinderwagen eingeschlafen ist), und sehe die Ziellinie. Der amerikanische Amateurextremläufer Corey Reese beschreibt in seinem extrem unterhaltsamen (und für mich für dieses Rennen prophetischen) Buch Nowhere Near First seine Gewohnheit, jedes Rennen mit einem Sprung über die Ziellinie zu beenden, egal wie erschöpft er ist. Das kann ich auch, sage ich mir, und unter dem tosenden Geschrei der begeisterten Menge (will heißen, unter dem müden Schweigen der gelangweilten drei vier Leute, die da rumstehn) springe ich und es ist vollbracht!

Und das Fazit? Nun, ich habe gelernt, dass ich mit meiner Zeit von 50:30

a) um einiges langsamer war als beim Innsbrucker Stadtlauf im Jahr zuvor (46:48)

b) mein bescheidenes Ziel, weniger als 10 Minuten langsamer zu sein als Katharina Zipser um über eine Minute verfehlt habe (mit 39:01 wurde sie Zweite hinter Karin Freitag)
c) in der Gesamtwertung der Herren zwar nur auf Platz 47 von 52 gelandet bin, aber immerhin auf  Platz 13 in meiner Altersklasse, bei immerhin 13 Teilnehmern von wegen also „DFL“!

Und noch etwas habe ich wohl gelernt. Es mag tatsächlich so etwas sein wie Bescheidenheit, ja vielleicht sogar: Demut. Die Zipser schlagen wollen, haha! Bleiben wir doch lieber am Teppich und schalten in Sachen Ambitionen künftig vielleicht doch den ein oder anderen Gang runter. Laufen soll ja vor allem Spaß machen, nicht? Warum sich also durch überhebliches Konkurrenzdenken das Leben selbst schwerer machen als notwendig? Vielleicht melde ich mich also beim nächsten Innsbrucker Stadtlauf ja nicht für den 10km Haupt-, sondern nur für den kleinen Genusslauf an, der mit seinen 5 Kilometern nur halb so lang ist. Wäre doch gelacht, wenn ich den wenigstens nicht locker gewinnen könnte. Sind ja eh fast nur Sonntagsläufer dabei, und, mein Gott, die paar Kenianer, die da mitmachen die mach ich platt!

Grindknight vs. Katharina Zipser: Das Laufduell (Teil 2, Tag X)

Samstag, 23. September, Itter

Mein Training in den zehn Tagen nach dem schicksalhaften Treffen mit Katharina Zipser verlief ohne Zwischenfälle und ganz nach Plan: Ich habe einerseits rigoros regeneriert, aber mich andererseits zwischendurch durchaus auch mal sowas wie angestrengt: so verzichtete ich etwa konsequent und mit eiserner Entschlossenheit bei meinen alltäglichen Spaziergängen auf die Benutzung jeglicher Aufzüge und Rolltreppen. Beim Shoppen im Innsbrucker Kaufhaus Tirol ging’s sogar mal per pedes bis ganz hinauf in den fünften Stock. Da hätt ich glatt fast zu transpirieren begonnen. Und einmal war ich sogar laufen!

Mit einem Wort, ich bin gewappnet. Zur moralischen Unterstützung bringe ich noch meine Gattin und meine beiden Söhne (knappe fünf und knappe zwei) mit nach Itter, die mich eifrig anfeuern sollen; den Erstgeborenen hab ich auch gleich angemeldet für den Kinderlauf, welcher vor dem Hauptlauf stattfinden wird. 250 Meter über Asphalt und Wiese – der Junior soll nur lernen, was es ist, das harte Typen hart macht. Hab ihm auch extra sein geliebtes Justice-League T-Shirt übergestülpt, damit ihm das Team aus grimmigem Batman, Superman, Green Lantern und wie sie alle heißen die nötige Dosis Extramotivation einflößen möge. Jaja sowas hilft, das ist psychologisch. „Hinfort, mein Sohn, und triumphiere“, gebe ich ihm noch als väterlichen Rat kurz vor dem Startschuss mit auf den Weg, aber der sture Bengel besteht darauf, dass ich die ganze Strecke neben ihm herlaufe; sonst, so seine Drohung, würde er kneifen. Ich verzichte auf die an sich bitter nötige Standpauke („In deinem Alter, hätt’s damals nicht so tolle Serien wie Biene Maja und Pumuckl im Fernsehen gegeben, wär ich verdammt nochmal dankbar gewesen, 250 Meter laufen zu dürfen!“) und füge mich seinem Willen, zumal die Organisatoren das Elternnebenherlaufen auch explizit erlauben – Mist! Als verantwortungsbewusster Vater erkläre ich mich also bereit, Einiges von meiner bisher so sorgsam für mein Rennen gehorteten Energie zu verpulvern.

Soviel verpulverte Energie ist’s dann aber auch wieder nicht, denn was mein Sohn darbietet ist eher als gemütliches Schlendern denn als Laufen zu bezeichnen. Als Sechster von acht Teilnehmern gelangt er schließlich ins Ziel (zwei Zweijährige hatten sich ihm zwar zunächst dicht an die Fersen geheftet, aber dann beim Endspurt gottseidank kläglich versagt) und fragt mich sofort: „Hab ich gewonnen?“

Ich seufze. „Gewissermaßen, mein Junge“, sage ich und lächle, während ich sein Haupt tätschle; „gewissermaßen“. Was bleibt mir denn auch anderes übrig? Kann ihn ja nicht hier vor all den Leuten zur Schnecke machen! Stattdessen mache ich mir die mentale Notiz, demnächst Full Metal Jacket nochmal zu Rate zu ziehen, um mich von Sergeant Hartman in Sachen effizienter Erziehungsmethoden inspirieren zu lassen.

Bis ich drankomme dauert’s ein bisschen, also dümple ich mit meiner Familie noch auf dem kleinen Spielplatz eine Gehminute vom Startbereich entfernt herum. Dann mache ich mich auf, um meine Position einzunehmen.

„Wo sind denn alle?“ frage ich unschuldig einen Herrn vom Organisationsteam, als ich in der menschenleeren Startzone ankomme. „In drei Minuten soll’s ja losgehn!“ Haben außer mir etwa alle weiche Knie bekommen?

„Alle sind an der Startlinie wo sie hingehören,“ sagt der Mann hilfsbereit und blickt auf meine Startnummer. „Ich würde dir raten, dich ebenfalls dorthin zu begeben.“

„Wie, das hier ist nicht die Startzone?“ frage ich verdattert. Vielleicht hätte ich mir die Strecke daheim doch nochmal online anschauen sollen.

„Nein, das hier ist das Ziel, und nur der Startbereich für den Kinder- und den 5Kilometerlauf. Die 10Kilometer-Teilnehmer starten ein paar hundert Meter weiter vorn.“ Er deutet mit dem Zeigefinger. „Am besten läufst du durch das Feld da, dann schaffst du‘s vielleicht noch.“

Mir bleibt keine Zeit, den Schock zu verdauen, und wie von der Tarantel gestochen hechte ich los. Ich rufe allen Leuten, denen ich begegne, verzweifelt zu, wo zum Teufel ich hinmuss, und man gibt mir mehr oder weniger klare Anweisungen. Die eine oder andere davon höre ich sogar.

Völlig außer Puste komme ich an, und sehe zu meiner Erleichterung, dass der Startschuss noch nicht gefallen ist. Jetzt endlich kann ich sagen, dass ich Einiges meiner wertvollen Energie verpulvert habe. Aber Ärgern bringt nichts. Ich glaube noch, unter den vielleicht hundert oder so Teilnehmern das gezopfte Haar meiner selbsternannten Erzrivalin Katharina Zipser irgendwo vor mir zu erblicken, bin mir aber nicht ganz sicher. Zeit, mich dessen zu vergewissern bleibt keine, denn schon knallt’s und los geht‘s!

Fortsetzung folgt!

Grindknight vs. Katharina Zipser: Das Laufduell (Teil 1, Vorbereitung)

13. September 2017, Mittag

Wenn Katharina Zipser, schnellste Österreicherin beim heurigen Vienna City Marathon, glaubt, sie kann mich einschüchtern, dann hat sie ihre Rechnung ohne den Grindknight gemacht. Gerade erklärt mir die drahtige Dreiunddreißigjährige nämlich, dass manche Veranstalter von Laufwettkämpfen die Streckenabmessung sehr genau nehmen, andere eher weniger. Das Decker Team hinter dem kleinen aber feinen Itterer Herbstlauf, welcher, nomen est omen, in Itter im Herbst stattfindet und bei dem sowohl Zipser als auch ich antreten werden, misst anscheinend ganz genau. Dagegen gebe es gewisse Massenläufe, die sich die 10 Kilometer groß auf die Fahnen schreiben, in Wahrheit aber nur neunkommaneunirgendwas lang seien und sich bestenfalls dazu eignen würden, waschlappigen Sonntagsläufern das Gefühl zu geben, einmal in ihrem Leben was ganz Tolles geleistet zu haben. Eine Eliteläuferin wie Zipser rümpft, wenn überhaupt, nur die Nase bei derlei Unprofessionalität.

Im Innersten rümpfe ich die meine. Möchte die Zipser etwa andeuten, ich hätte mir meine hart erkämpften 46 Minuten und 48 Sekunden beim letztjährigen Innsbrucker Stadtlauf – meiner ersten Wettkampfteilnahme überhaupt – nicht ehrlich verdient? Ich hatte damals nämlich tatsächlich das Gefühl, was ganz Tolles geleistet zu haben – allein schon deswegen, weil ich entgegen aller Erwartungen direkt nach dem Zieleinlauf in kein Koma gefallen bin. Außerdem hatte ich auch samstags und manchmal sogar mittwochs trainiert, also von wegen Sonntagsläufer! Will Zipser mir implizit weismachen, ich sei gar keine ganzen 10 Kilometer gelaufen und hätte, wenn dem denn wirklich so gewesen wäre, mindestens 47 Minuten dafür gebraucht? Die Anschuldigung, wenngleich unausgesprochen und vielleicht auch gar nicht vorhanden, fährt jedenfalls durch Mark und Bein. Ich verkneife mir ein Ich-Muss-Doch-Sehr-Bitten! und beschließe, meine Empörung stattdessen im Stillen strategisch für den anstehenden Wettkampf zu nähren. Ohne es zu wissen hat Zipser nämlich soeben ihren ersten großen Fehler begangen und mir die drei Ms geschenkt, die ein Mann zum Siegen braucht: Motivation, Mumm und Motto. Denn ab sofort gilt nur mehr eines: „Zeig’s der Zipser!“

Dabei hatte unser Treffen durchaus harmonisch begonnen. Meiner höflichen Anfrage zu einem Interview beim Griechen um die Ecke hatte die flotte Flitzerin ohne Umschweife zugestimmt. Warum auch nicht? Aus dem Mail, welches ich ihr geschrieben hatte als ich erfuhr, dass an der Uni nur einen Stock über meinem Büro ein waschechter Laufstar rumgurkt, troff so viel Schleim, da hätte selbst ich weiche Knie bekommen, wäre ich ein Selebbriti. Ich sei seit Kurzem auch begeisterter Läufer, wenngleich nur Staub unter Zipsers Füßen, und was für eine Ehre es doch wäre, würde sich eine Halbgöttin wie sie dazu herablassen, mir beim Essen etwas aus ihrem unerschöpflichen Fundus an Laufwissen preiszugeben. Gesülze in der Art halt – Gesülze, das ich damals allerdings durchaus ernst meinte.

Staub unter ihren Füßen, ha! denke ich nun, während ich mit vordergründig höflicher Miene Zipsers Ausführungen zum Thema Trainingsgewohnheiten lausche und dabei zwar meine Gabel ins Mousaka reinhau, das Mousaka aber nicht in meinen Schlund, denn der Appetit ist mir gehörig vergangen. Wir werden ja sehen, ob Zipser eben diesen Staub unter ihren Füßen nächste Woche nicht selbst zu fressen kriegt!

Dass Zipser grad über ihre Trainingsgewohnheiten spricht, kommt mir dabei natürlich sehr entgegen. 150 Kilometer die Woche peitscht sie scheinbar standardmäßig aus sich raus (mein Mousaka kriegt erneut die Gabel zu spüren), was wohl auch erklärt, warum wir uns in fünf Jahren trotz fünfzehn Meter Luftlinienentfernung zueinander nie im Gang über den Weg gelaufen sind. Arbeiten, Laufen, Schlafen, und dann das Ganze wieder von vorn – die drei großen Säulen im Leben der Elite-Athletin. Zeit zu verlieren hat sie nicht nur beim Wettkampf keine. Die Zipsers dieser Welt quatschen eben nicht mit wildfremden Männer am Gang. Denn wer so viele Laufameisen wie sie im Hintern hat und dazu noch mit drei Studientiteln Vollzeit an der Uni Innsbruck tätig ist, der muss Opfer bringen (jawohl, darauf zu verzichten, am Gang mit mir zu quatschen, ist ein Opfer).

Ich entscheide spontan, dass 150 Kilometer pro Woche für mich dann doch a bissi viel sind, aber einschüchtern lasse ich mich von so einem Monsterpensum deswegen lange nicht. Im Gegenteil, mein scharfer Blick stellt fest, dass Zipser die für den menschlichen Körper so wichtigen Regenerationszeiten scheinbar komplett vernachlässigt – ich bin aber viel zu clever, ihr das zu sagen. Training ist ja schön und gut, aber es ist doch längst wissenschaftlich erwiesen, dass auch die fittesten der Fitten hie und da mal abschalten müssen. Zipsers extremer Trainingseifer könnte ihr also beim Itterer Herbstlauf noch in ihren gestählten, ameisenübersäten Hintern beißen. Ich gebe mich jedenfalls beeindruckt von ihrem Fleiß, baue aber für die nächste Woche insgeheim weiterhin auf meinen rigorosen Regenerations-Trainingsplan. Der bewahrt nicht nur meinen Körper vor Überbelastung, sondern ermöglicht es mir auch, endlich mein lang gehegtes James-Bond-Fernsehmarathonprojekt durchzuziehen. Also wenn das nicht unter die Rubrik „Zwei Fliegen mit einer Klappe“ fällt!

Ich stelle Zipser noch ein paar scheinbar harmlose Fragen zu ihren Zielen und sehe genüsslich zu, wie sie unschuldig in meine Falle tappt: Bereitwillig erzählt sie mir nämlich von ihrem Plan, beim Itterer Herbstlauf die 10 Kilometer in 37 Minuten zurückzulegen – obwohl sie erkältet sei und eigentlich gar nicht wisse, ob überhaupt anzutreten wirklich von Vernunft zeuge. Mit diesen Offenbarungen hat Zipser gleich Fehler Nummer Zwei und Drei begangen: Sie hat 2) dem Widersacher einen zeitlichen Richtwert gegeben und 3) ihren eigenen wunden Punkt genannt. Fairerweise muss ich sagen, dass man ihr derlei Amateurhaftigkeit nicht zu sehr verübeln darf, denn ich gestehe, dass ich im lokalen Laufzirkus tatsächlich ein relativer (ok, totaler) No-Name bin. Seit mich vor anderthalb Jahren das Laufvirus erwischte (praktisch über Nacht von Fauler-Sack zu Relativ-Auf-Zack), hab ich zwar mit meinen Karwendellaufteilnahmen 2016 und 2017 (52 Kilometer und 2.300 Höhenmeter) je einen Ultramarathon in einer für Amateure gar nicht so unrespektablen Zeit absolviert (6h50min bzw. 6h46min), sonst allerdings praktisch nix vorzuweisen – meinen Leifers-Trail-Antritt im April diesen Jahres, der nach herzmuskelentzündungsbedingtem Zusammenklappen bei Kilometer 28 im Krankenhaus endete, erwähne ich lieber gar nicht (ups, zu spät!). Aber wie jeder, der Rocky gesehen hat, wissen sollte, können auch Underdogs beißen. Aus ihrer Bereitschaft, frei aus dem Laufnähkästchen zu plaudern schließe ich also, dass Zipser Rocky nicht gesehen hat.

Das Zipser-Resümee schaut jedenfalls, auf dem Papier zumindest, ein klein wenig beeindruckender aus als das meinige, ich geb’s ja zu. Den Lauf in Itter hat sie sowieso schon mal gewonnen, schnellste Österreicherin beim Vienna-City-Marathon hab ich ja schon erwähnt, Mitteldistanz-Gold beim Silvretta-Run heuer hat sie auch in der Tasche, und im Spitzenfeld bei was weiß ich welchen Events sonst noch landet sie ja sowieso immer. Wer unbedingt will kann ja alle Details auf ihrem Blog nutsaboutrunning.com nachlesen – ich für meinen Teil will nicht, sondern betrachte stattdessen das Ergebnis meines Mousaka-Massakers am Teller und beschließe, dass die Zeit für den Abschied (vorerst!) gekommen ist. Ich blicke auf und merke, dass Zipser letzteren Entschluss bereits vor mir gefasst hat; zumindest hat sie schon ihre Jacke an und ist aufgestanden. Ah ja, die Ameisen im Hintern, die hatte ich fast vergessen – aber warte nur Mädel, von denen hab auch ein paar zu bieten!

Zehn Tage Zeit bleiben mir also, mich mental vorzubereiten (James Bond steh mir bei!) auf den Kampf der LauftitanInnen, auf die Stunde, in der die Stunde schlägt für den Kathi-Zipser-Lichtausknipser – die Stunde des Grindknight!

Fortetzung folgt!

Drei Buchrezensionen

Grundriss der Neueren deutschen Literaturgeschichte
Autor: Stefan Neuhaus
Verlag: UTB (A. Francke)
Jahr: 2017
Genre: Sachbuch

Grindknights Rezension:
„Wenn das vorliegende Buch einen auch nur ganz kleinen Beitrag dazu leistet, das eigene Potenzial an Freiheit zu entdecken und, mit dem Respekt und der Rücksichtnahme vor der Freiheit der anderen, besser zu nutzen, dann hat es seinen Zweck erfüllt.“ (S. 385)

So benennt Stefan Neuhaus das bescheidene und gleichzeitig ganz und gar unbescheidene Ziel, welches er mit seinem „Grundriss der Neueren deutschsprachigen Literaturgeschichte“ verfolgt. Einen Streifzug durch die Geschichte der deutschsprachigen Literatur kriegen wir neben der möglichen Förderung der eigenen Freiheit scheinbar ganz nebenbei mitgeliefert – sozusagen als Bonus.

Tatsächlich gelingt es Neuhaus, hier gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: anhand einer (bewusst und gezwungenermaßen unvollständigen) Literaturgeschichte beleuchtet er das Konzept „Freiheit“, und anhand des Konzepts „Freiheit“ vermittelt er Literaturgeschichte. Dabei macht diese Einführung auch ohne den besonderen Schwerpunkt auf den Freiheitsgedanken, mit dem sie sich ein faszinierendes Alleinstellungsmerkmal schafft, ordentlich Laune. Die schmackhafte Kombination aus Zusammenfassung und Analyse der jeweiligen Werke, die Neuhaus hier mit scharfem Blick präsentiert, weckt Appetit, jene Texte, die man nicht kennt, baldigst zu lesen und jene, die man schon kennt, ebenso baldigst nochmal zu lesen.

Dass Freiheit ein zentraler Gedanke ist, mit dem sich die Literatur seit jeher beschäftigt, mag an sich nicht überraschen, aber WIE zentral und wie facettenreich die Auseinandersetzung damit im geschichtlichen Überblick, und wie problematisch die Umsetzung im privaten wie politischen Leben ausfällt, überrascht beim Lesen durchaus und regt, gemäß dem Wunsch des Autors, dazu an, sich die Bedingungen der eigenen (Un-)Freiheit näher vor Augen zu führen. Wie frei ist unsere heutige Gesellschaft tatsächlich, und welchen Preis zahlen wir für unsere (scheinbare?) Freiheit? Können wir, als in ein System mehr oder weniger integrierte Individuen, je wirklich frei sein, und wenn ja, wollen wir den Sprung in diese Freiheit wagen?

Die Literatur, so tönt es sowohl aus den hier behandelten Werken (von Grimmelshausens „Abenteuerlichem Simplicissimus“ bis Wolfgang Herrndorfs „Bilder deiner großen Liebe“) als auch aus Neuhaus‘ Beobachtungen dazu, kann diese Fragen vielleicht auch nicht beantworten, aber sie liefert die wohl geeignetste Plattform, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Literatur macht uns vielleicht nicht frei, aber, so die schöne Hoffnung, sie macht uns vielleicht freiER.

Wenn also die folgende „literarische“ Empfehlung nur wenig freiheitsfördernd – ja vielleicht sogar autoritär! – klingt, möge man mir dies verzeihen. Allen Literaturinteressierten ans Herz gelegt sei sie trotzdem:

Für den neuen Stefan Neuhaus
gebe freigiebig dein Heu aus
und sage Freund, Frau, Mann und Chef dann:
„Schaff an den neuen Neuhaus Stefan!“

 

Meine größte Chance: Wie Fehler uns voranbringen
Autor: Nikolaus Förster
Verlag: impulse Buch
Jahr: 2017
Genre: Sachbuch

Grindknights Rezension:
Wir alle wissen, dass wir alle Fehler machen, wollen aber nichts davon wissen. Nikolaus Förster will, und beleuchtet mit „Meine größte Chance“ auf überzeugende Weise die allzu gerne ignorierte Lichtseite unserer Fehltritte. Um seine an sich simple Message – lern aus deinen Fehlern und floriere – an die Leserschaft zu bringen, bedient Förster sich dabei konkreter Beispiele aus der Wirtschaftspraxis, wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie einprägsamer Zitate berühmter Persönlichkeiten. Eine (Firmen-)Kultur, die Fehler als solche verdammt und damit die Scheu nährt, sich mit ihnen zu konfrontieren, fördert Vertuschung und Sündenbocksuche, aber kaum je anhaltendes Wachstum. Wie schwer, und gleichzeitig wie wichtig, ein verantwortungsvoller, offener Umgang mit Fehlern (ob von Mitarbeitern oder der Chefetage) geworden ist, schildert Förster in fünf schlüssig dargelegten und sauber aufbereiteten Kapiteln, und das in durchweg eingängiger Sprache. Wir erfahren dabei nicht nur, welch gravierende Fehler immer wieder auch in erfolgreichen Firmen begangen werden, sondern auch (was noch wichtiger ist), wo wir ansetzen können, um aus potenziell fatalen Fehlerkreisläufen wieder herauszukommen – und das vielleicht stärker als zuvor.

Einige Erkenntnisse mögen bei der Lektüre auf den ersten Blick offensichtlich erscheinen, aber wer die Zeit investiert, sich selbst und die eigenen Gewohnheiten (Gefühlsausbrüche, Ängste, kurz- und langfristige Ziele) unter die Lupe zu nehmen merkt bald: offensichtlich ist da (fast) gar nichts. Was sich leicht liest, lässt sich oft verdammt schwer umsetzen. In seinem Ansinnen, unser Fehlerverhalten besser zu verstehen und besser mit ihm umzugehen, gibt uns „Meine größte Chance“ also nicht nur wertvolle Tipps in Sachen effizienterer Unternehmensführung, sondern liefert auch Impulse, uns selbst besser zu verstehen.

Mit seinen fast 40 € wirkt der Preis auf den ersten Blick dabei etwas happig, die Kombination aus wertvollem Inhalt und schicker optischer Aufmachung (hier wird eine Lanze gebrochen für den klassischen Buchdruck – toll!) rechtfertigen ihn jedoch allemal. Ein gutes Investment für alle Unternehmer und jene, die es werden wollen, und ein schönes Geschenk obendrein.

 

Das wunderwilde Wolkenhaus
Autorin: Nina Hammerle
Verlag: Ellermann
Jahr: 2017
Genre: Kinderbuch

Grindknights Rezension:
Liebe Leute, seid bereit
und lest zu viert, zu dritt, zu zweit
oder allein im Kammerle
die neue Nina Hammerle!
Die Bilder frisch, die Farben froh
und reimen tut sich’s sowieso!
So schön, sein Kind und sich zu bilden
im Wolkenhaus, dem wunderwilden –
und das im Großformat, so DIN-A
4. Mein Fazit: Bravo, Nina!

Frankfurter Buchmesse: Conclusio

Damit ich die Messe erfüllt verlassen kann, brauche ich nach der Hubbard-Pleite schleunigst eine ordentliche Portion Seelenbalsam, und finde sie beim Stand des KBV-Verlags, der vier Arten von Krimis herausgibt: blutige, lustige, blutig-lustige und lustig-blutige. Genau meine Kragenweite! Ich kaufe mir vom KBV’schen Haus- und Hofautor Ralf Kramp dessen humorige und very britishe Krimikurzgeschichtensammlung Ihr Mord, Mylord – schon allein des Titels wegen, und weil der Autor grad selber am Stand rumsteht und mir das Teil signieren kann, was er auch bereitwillig tut. Kramps eigene Mordlust, die in seinen Büchern so prominent zu finden ist, versteckt der Vielschreiber dabei gekonnt hinter einem Paar höflich-harmloser Augengläser. Selbst als das fünfte Foto, das ich von uns beiden schießen lasse, mich in Sachen Bildkomposition nicht zufriedenstellt und ich „Eins geht noch“ sage, erkenne ich nur im Ansatz das Killerpotenzial dahinter; aber dieser Ansatz ist für mich Anlass genug, um mit einem leisen „Dankeschön“ nach draußen zu entschwinden. Zufällig bemerke ich dort, wie Udo Lindenberg auf dem Messeinnenhof grade ein paar seiner Nummern dahindüdelt, und ich bleibe noch ein Weilchen und lausche. Was Melodisches passt doch prima zu meinem Messeabschied, denke ich, und mache mich nach einem Abstecher zum Vietnamesen um die Ecke (köstlich!) zurück ins Five Elements. Das war’s für mich mit der heurigen Frankfurter Buchmesse. Zwei Tage läuft sie noch, geöffnet für ein allgemeines und nicht wie bisher nur ein Fachpublikum, aber halt leider ohne mich. Adios, FBM!

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In der Hostelbar ziehe ich bei Bier und Blog Bilanz: Was habe ich denn hier in Frankfurt noch so alles gelernt, das keinen Platz auf vorigen Posts gefunden hat? Von Autor und Speaker Stefan Engeseth (dem Sharkonomics-Verfasser) etwa, dass der Job eines Ghostwriters, dem Engeseth selbst in jüngeren Jahren längere Zeit nachging, scheinbar an sich gar nicht übel ist. Lass dir einfach von irgend ‘nem Self-Help-Guru dessen Programm vorlegen (wurscht ob „Schlank mit Junk“, „Fett und faul zum Millionär“ oder „In 10 Schritten zum Traumdate – auch mit deiner Arschvisage“) und verpacke es in genau so viele und genau so eingängige Worte, dass sie gerade noch das Buchformat rechtfertigen und dass auch die weichste aller Birnen ihnen mühelos folgen kann. Ob die Programme bei konsequenter Umsetzung tatsächlich den Erfolg bringen, den sie versprechen, braucht dich dabei nicht jucken, denn a) trägt die Verantwortung letztendlich der Guru, nicht der Ghostwriter, und b) führt eh keiner die Programme je konsequent durch. Ich hab auch schon mal gehört, dass 30.000 € Pauschalhonorar pro Buch locker drin sind und überlege nun ernsthaft, den Weg des Ghostwriters zu beschreiten – bis Engeseth mir erklärt, die Definition von „Ghostwriter“ beinhalte, dass jener weder am Cover noch sonstwo erwähnt wird, also praktisch als „Ghost writet“ . Ich bin entsetzt! Dass Leute ihr Talent für sowas hergeben! Ja haben die denn keinen Stolz?! Wenn ich schon 150 Seiten Schund verzapfe, der keiner Sau was bringt, dann hat gefälligst mein Name vorn draufzustehen! Nein, die Ghostwriter-Zunft ist nichts für mich. Da fang ich ja noch eher an mit Bloggen!

Ebenfalls gelernt habe ich, dass ein Hammer-Manuskript (check!) bzw. ein umwerfendes Portfolio (check!) mit traumhaften Illustrationen (check!), gepaart mit einwandfreier Präsentation (check!) und makellosem Aussehen (check!), nicht gleich zwangsläufig zum ersehnten Vertragsdeal führen. Möglich sogar, dass dein Talent niemanden auch nur annähernd am Arsch kratzt (check!). Aber ich habe eben auch gelernt, dass man dennoch jede Menge Spaß haben und einiges lernen kann – und die nächste Messe kommt bestimmt!

Und was habe ich alles verpasst? Zu viel, um hier mit Aufzählen zu beginnen, aber ich tu’s trotzdem: Dan Browns Lesung hätte ich tatsächlich gern beigewohnt, ebenso wie den Auftritten seriöserer Autoren und Autorinnen, etwa der Self-Publishing-Queen Poppy J. Anderson. Mit ihrem radikal-sozialkritischen Ouvre betritt Anderson regelmäßig absolutes literarisches Neuland und kommt dem universellen Kern des Dilemmas dieses unseres Menschseins verblüffend nahe – in Meisterwerken wie Verrückt nach einem Tollpatsch, Knallharte Schale – Zuckersüßer Kerl oder Ein Hinterwäldler zum Verlieben. Ja, die Anderson zu sehen wär was gewesen – aber es gibt Trost: mit Jane S. Wonda durfte ich zumindest eine waschechte Self-Publishing-Princess hautnah erleben. Ein Exemplar ihres insgesamt recht schmalen Outputs (nur 16 Romanveröffentlichungen in zwei Jahren, weswegen Wonda in Insiderkreisen auch als „Stanley Kubrick der Dark-Romance-Literatur“ bekannt ist) ließ ich mir gleich von ihr signieren (Und täglich ohne dich), und dazu gab mir Wonda noch geschätzte zwei Kilo Gratis-Merchandise mit auf den Weg (Wonda-Luftballone, Dark-Romance-Bleistifte, Endless-Love-Postkarten etc.). Ihr kleiner Stand ist übrigens in Sachen liebevoller Gestaltung eins meiner persönlichen Messehighlights, und Wonda ein schillerndes Beispiel einer echten Self-Made-Woman! Inspiration pur!

 

Am meisten schmerzt es mich, die ganzen Verkleidungen zu verpassen, die, wie mir Messeveteran Arup berichtet, an den Publikumstagen die Hallen füllen – aberhunderte Charaktere aus allen möglichen Bereichen, von Ninja Turtles bis Dorian Gray, wuseln da jedes Jahr rum. Beim Auschecken entdecke ich allerdings vier junge Damen, die sich gerade in die Hüllen besonders populärer Figuren quetschen, und als Riesenfan jeder einzelnen bitte ich sie noch schnell um ein Foto. Dann heißt’s ab zum Zug und zurück nach good old Austria. Aber eins ist sicher: Frankfurt, ich kehre wieder!

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Frankfurter Buchmesse Tag 3.1

Ich lande in der Asien-Europa-Halle – oder war’s Australien-Nordamerika? Egal, es stehen überall jede Menge Bücher rum, soviel ist sicher. Eine Austellungswand im Besonderen weckt, nach einigem ziellosen Rumgeschlendere, meine Aufmerksamkeit. Da sehe ich so an die dreißig Bücher hübsch aufgestellt vor mir, und auf allen vorn drauf, in klassischem Schwarzweiß, ein männliches Gesicht. Eine Buchreihe über die Heroen der Goldenen Ära Hollywoods? Etwas Ahnung davon hätte ich ja; ich wundere mich also, warum ich keinen dieser Typen erkenne. Und wie ähnlich die sich alle sehen!

„Wie kann ich Ihnen helfen?“, ertönt eine sanfte Stimme.

„Ha!“ rufe ich und wische die Schuppen vom Pullover, die mir soeben von den Augen gefallen sind. „Das ist ja immer Derselbe auf all den Büchern!“

„Ah, Sie kennen den Mann?“

„Nun ja, äh…“ Mein Blick wandert auf die Tafel darüber, und ich entziffere, in Riesenlettern, einen Namen: „L. Ron Hubbard.“ Weitere Schuppen fallen.

„Oh! Schon mal was von dem gehört, glaub ich. Das ist doch der mit dem Weltraumteleskopdingsbums, nicht?“

Nicht ganz. Ich verbringe also die nächste halbe Stunde damit, mir von dem Standbetreuer Hubbards Lebensgeschichte anzuhören. Sie zu erzählen scheint dem freundlichen Franzosen ein echtes Anliegen zu sein! Und eins muss man diesem Hubbard auf jeden Fall lassen: faul war der Mann nicht, allein schon wegen der geschätzt einhundertfünfundzwanzigtausend Romane und Kurzgeschichten, die er in seinem Leben scheinbar so ganz nebenbei aus dem Ärmel schüttelte. Würde man alle Bücher, die Hubbard je geschrieben hat, in einer Reihe nebeneinander aufstellen, dann ergäbe das – so will es die Legende – eine ganz schön lange Reihe. Plötzlich vernehme ich ein besonders exotisches Fremdwort – Saiäntollidschi oder so ähnlich – welches die Lippen meines Gegenübers verlässt, und ich wundere mich, was es wohl bedeuten mag. Fragen will ich dann aber doch nicht, aus Angst, meinen Gesprächspartner einer weiteren halben Stunde seiner Zeit zu berauben. Und ein paar andere Stände möchte ich mir ja heute auch noch angucken.

Ich lasse es mir aber nicht nehmen, zum Abschied noch ein Foto mit dem Hubbard-Maskottchen, der „Iron Duke“-Figur aus dem Frühwerk des umtriebigen AutorsPhilosophenAbenteurersWissenschaftlersundWasderdeibelsonstnochs, für meinen Blog schießen zu lassen – ein Wunsch, der mir nach kurzem Zögern gewährt wird. Ob ich im Gegenzug ebenfalls dazu bereit sei, einige Fragen zu beantworten? Nun bin ich mit Zögern dran, aber nachdem ich ja jetzt mein Foto bekommen habe wär’s doch nicht charmant, einfach Nein zu sagen und abzuzischen.

„Okay. Wie möchten Sie denn dieses Interview verwerten?“

„Och, ist nur für interne Zwecke.“

„Gut. Wie lange wird es denn dauern?“

„Och, nicht lange, sind wirklich nur ein paar Fragen. Aber wenn Sie nicht möchten, dann ist das selbstverständlich kein Problem für uns.“

„Nein, nein, das geht schon in Ordnung.“

„Fein, wir haben einen Büroraum angemietet gleich hinten. Mein Kollege wird Sie hinbegleiten, wo wir das Ganze aufzeichnen werden.“

„Oh, nicht hier? Na gut.“

Ich merke bald, dass mit „gleich hinten“ das andere Ende des Messegeländes gemeint ist, welches wir nach fünf Minuten erreichen. Im Büro empfängt uns ein freundlicher Herr post-mittleren Alters, der sogleich damit beginnt, die Kamera flottzumachen. Und wow! Echt tolles Equipment, was die da haben! Das Hubbard’sche Verlagsbusiness scheint zu florieren! Ich werde gebeten mich zu setzen, und der nette Herr knipst eine Satellitenschüssel neben meinem Gesicht an, die sich als eine Art Scheinwerfer entpuppt, und zupft rum an meinen Haaren. Alles kein Problem, denn ist ja auch für mich nicht von Nachteil, im Rampenlicht optisch was her zu machen.

Der Interviewer erklärt mir, dass nur meine Antworten, und nicht die Fragen, zuletzt zusammengeschnitten werden. Ich soll also auf eine Frage wie etwa „Wie gefällt Ihnen Frankfurt?“ mit einem ganzen Satz antworten, um für später eine gewisse Kohärenz zu gewährleisten.

„Das schaffe ich“, sage ich. „Äh, wie lange haben Sie nochmal gesagt wird das Interview dauern?“

„Och, nicht lange, so zwanzig Minuten oder so. Also los geht’s: Wie lauten bitte Ihr Name und Titel?“

Bei aller Höflichkeit, mit der man mir links, rechts, vorn und hinten begegnet, wird mir plötzlich etwas flau im Magen. Was ist denn heute nur los mit mir?

„Oh, ich dachte, das Interview sei anonym.“

„Nein, keine Sorge, wir brauchen die Daten nur für das Formular, das wir Sie am Ende bitten werden zu unterschreiben. Und wie gesagt, wir können jederzeit aufhören, sobald Sie sich nicht wohl fühlen.“

„Da bin ich jetzt aber froh, dass Sie das sagen, denn wie’s der Zufall will fühle ich mich genau jetzt nicht wohl.“

Ich erhebe mich, schüttle Hände und entschuldige mich dafür, die wertvolle Zeit der Herrschaften vergeudet zu haben. Die Herrschaften entschuldigen sich ihrerseits dafür, mir offensichtlich, aber absolut unbeabsichtigterweise, das Gefühl gegeben zu haben, in etwas hineingedrängt worden zu sein, was, wie ich beteure, durchaus nicht der Fall sei, da ich ja immer die Wahl hatte – und eiligst enteile ich.

Ach, du Dummerchen! schelte ich mich draußen selbst. Was du dir wieder einbildest! Denn trotz der absoluten Harmlosigkeit dieser Episode (wie freundlich Hubbard doch von allen dreißig Buchumschlägen auf mich herabgelächelt hat!) werde ich fast eine ganze Stunde lang das seltsame Gefühl nicht los, einem gewissen Etwas nur knapp entronnen zu sein.

Ob etwa ein Teil des Innersten meines Geistes in diesem Büroraum zurückgeblieben ist? Herausgesaugt von dem Scheinwerferdings vielleicht? Ach sei doch nicht albern! sage ich mir und schüttle den Kopf. Aber der Drang, schleunigst Hubbards Sci-fi-Epos Battlefield Earth zu lesen, begleitet mich noch ein ganzes Weilchen beim Herumirren durch die Hallen, und erst schrittweise hält so etwas wie Vernunft wieder Einkehr in meine Seele. Mann spinn ich, Battlefield Earth ist über tausend Seiten lang! Vielleicht tut’s ja auch die Verfilmung mit John Travolta. Oder zumindest der Trailer…

Ich blicke mich um und stelle fest, dass ich wieder „zuhause“ bin, nämlich in meiner geliebten Halle Dreipunktnull. Ein angenehmes Gefühl! Mit einem Schlag finde ich wieder zurück in meine gewohnte Rolle als Visitenkartenjäger und –sammler. Vielleicht finde ich vor meinem endgültigen Abschied von der Messe ja noch das eine oder andere Opfer, das sich von mir zum Thema KinderbuchslashKrimi bereitwillig anpöbeln lässt…

Fortsetzung folgt!

Frankfurter Buchmesse Tag 2.2, Tag 3

Es ist Messeschluss, das heißt also nichts wie zurück ins Five Elements Hostel zum Auftanken. An der Lobbybar lungern diverse Typen rum, einer relaxter als der andere und fast alle mit zwei Bier vor der Nase (bis acht ist Happy Hour – nimm zwei zahl eins – aber ich Depp raff das logisch erst am dritten Abend). Viele sind hier wegen der Messe und alle lassen sich ganz easy anquatschen. Stefan Engeseth etwa will in Frankfurt für das Nachfolgeprojekt zu seinem Buch Sharkonomics (ein Hit in Asien, in Europa weniger) einen Agenten finden, um über diesen an einen Verlag zu kommen. In Sharkonomics erklärt der smarte Schwede jedem Noch-Nicht-Millionär, wie man die Beobachtung der Lebensweise von Haifischen für sein Business nutzbar machen kann. Attackiere wie ein Hai und scheffle Kohle! Das Konzept klingt genau so subtil wie ich’s haben will, darum ab mit Sharkononomics in den Amazon-Warenkorb und Kaufen geklickt! Signieren ist leider nicht drin, denn Engeseth hat nur ein einziges Exemplar mit, das er selber braucht – hauptsächlich für Selfies mit Fans. (Ha, vielleicht kann ich Engeseth ja noch eine Lektion in effizienter Businessplanung beibringen! Anders als er habe ich nämlich extra 25 Exemplare Nicht nur Nonsens mitgeschleppt. Allerdings verschenk ich die alle links und rechts, denn kaufen will sie ja keiner. Ist zunächst für mich wohl doch besser: Klappe halten und Sharkonomics lesen).

Meinen indischen Zimmerbuddy Arup hab ich ja schon früher vorgestellt, und wir beide beschließen, gemeinsam mit dem Anwalt Dennis (scheinbar einer der wenigen, die nicht wegen der Messe hier sind) und dem Kinderbuchverleger Tang heute Nacht Frankfurt unsicher zu machen – bis wir merken, dass Frankfurt auch ohne uns schon unsicher genug ist. Das Hostel befindet sich nämlich im rotlichtigsten Bereich des berühmten Frankfurter Bahnhofsviertels, dem, wie mir Dennis erklärt, in Sachen Hemmschwellenminimierung in ganz Deutschland nur (wenn überhaupt) Hamburgs Reeperbahn das Wasser reichen kann. Zwielichtige Gestalten gibt’s an jeder Ecke, und heute liefern sich einige von ihnen sogar eine ordentliche Prügelei inklusive Gebrülle, Gestoße, Flaschengewerfe und Polizeieinsatz, und das direkt vor unserem Hostel! Freie Sicht für alle durch die Riesenglasfenster, und für das ganze Spektakel verlangen sie nicht mal einen Aufpreis! Das Five Elements rockt!

Wir vier gehn’s also dann doch lieber gemütlich an und entscheiden uns für ein paar Bier und einen lockeren Nachtspaziergang über den Main hinein ins historische Zentrum Frankfurts. Die Stadt hat tatsächlich mehr zu bieten als diese eine lausige Buchmesse im Jahr! Und erwähnte ich übrigens nicht grad, dass wir mit Tang einen Kinderbuchverleger in unserer Truppe haben? Na wenn das keine Gelegenheit für mich ist, Privates und Berufliches zu kombinieren und einen potentiell lukrativen Geschäftskontakt herzustellen! Dass es sich bei Tangs Unternehmen um einen vietnamesischen Verlag handelt, stört dabei kein bisschen. Ich habe mittlerweile mehrfach gehört, dass der asiatische Markt oft für Ideen offen ist, die Europa ablehnt. Und die Sprache der Bilder ist ja universell! Was dann doch einigermaßen stört ist allerdings die Tatsache, dass Tang nur vietnamesisch spricht. Zumindest beantwortet er jede meiner Frage mit einem fröhlichen „Goodgood“ bzw. einem ebenso fröhlichen „Okayokay“. Der Deal platzt also, bevor er formuliert werden kann. Aber was soll’s, Facebookfreunde sind wir trotzdem geworden, und einen Vietnamesischkurs kann ich ja immer noch besuchen!

Heut Morgen heißt’s dann früh raus aus den Federn, damit ich ja nicht meinen Termin bei der Illustratorenorganisation im Illustrator’s Corner von Halle drei nicht verpasse. Die werfen nämlich einen Gratisblick in mein Portfolio und geben wertvolle Tipps, wie blutige Anfänger à la moi sich besser präsentieren können. Dass meine losen, kaffeebefleckten Zettel ohne jegliche Folierung relativ erbärmlich aussehen, hab ich mittlerweile selbst verstanden. Ich nicke also nur verlegen, als mir Profiillustratoren Maria Karipidou und Thomas Maritschke den höflichen Rat geben, doch bitte die paar Euro für eine ordentliche Portfoliomappe auszugeben. Mehr Struktur in meiner Bildauswahl sei auch wünschenswert, also nicht einfach querbeet mit verschiedenen Stilvariationen prahlen (mal schwarzweiß, mal Farbe, mal detailliert, mal wieder simpel); und wenn ich schon auf der Kinderbuchschiene unterwegs bin, dann hat mein Caveman gefälligst aus dem Portfolio zu verschwinden, denn der kann ja noch Erwachsenen eine Scheißangst einjagen! „Aber ich mag meinen Caveman“, will ich protestieren, verkneif‘s mir aber. Die beiden haben ja recht – nach dem gängigen Motto „kill your darlings“ werde ich wohl oder übel und mit Tränen in den Augen meinen geliebten Steinzeitmenschen aus dem Portfolio rauskicken müssen. Außerdem soll ich, so der weise Rat, auf jeden Fall meine Schreibambition mit in den Vordergrund rücken und nicht nur nette Bildchen herzeigen, wie ich es bisher getan habe. Wenn ich schon einen Gedichtband veröffentlicht habe, dann raus damit! Schreibende Illustratoren bzw. illustrierende Schreiber sind durchaus begehrt, denn von denen gibt’s scheinbar gar nicht mal so viele.

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Neben einer Tasse Kaffee gibt’s noch weitere ermutigende Worte von Frau Karipidou und Herrn Maritschke (mit meinem grundsätzlichen Zeichenstil soll ich einfach weitermachen, denn irgendwas kann man damit durchaus finden – nur nicht locker lassen!) und ich verlasse gestärkt den Illustrator’s Corner und beschließe, am heutigen letzten Tag meines Messebesuchs (Tag vier ist Abreise) weitere Illustratorensprechstunden sausen zu lassen und nur noch durch die Hallen zu spazieren, um bei interessanten Verlagsständen Visitenkarten zu sammeln bzw. zu deponieren.

Ein Besuch beim Universitätsverlag Winter ist noch auf meiner Liste, und das, obwohl der weder Krimis noch Kinderbücher noch Erotik für Frauen im Programm hat, sondern – erraten! – Werke eher akademischer Natur. Bei Winter habe ich nämlich meine Dissertation publiziert und betreue mit drei meiner Universitätskollegen bzw. –kollegin als Co-Herausgeber die Buchreihe „Film and Television Studies“. Es freut mich auch, mein eigenes Buch Writing on the Edge – Paratexts in Narrative Cinema im Messeregal zu entdecken, und es stört mich im Moment gar nicht so sehr, das Edge im Rennen um den besten Platz auf den Bestsellerlisten Stephen King’s neuestem Reißer derzeit noch etwas hinterherhinkt. Am meisten freut es mich aber, endlich Verlagsmitarbeiter Dirk Hoffmann persönlich kennenzulernen, mit dem ich bisher nur per Telefon und Email Kontakt pflegte. Wir trinken Kaffee und unterhalten uns über unsere Buchreihe (vier Bücher sind raus, mehr sollen’s werden) und über die Krise der Wissenschaftsverlage (wenn Bibliotheken alles nur mehr digital wollen und gratis vervielfältigen können, wer braucht dann noch Bücher, die auf dem Markt sonst eh kaum wer kauft?). Bevor ich mich verabschiede und ein obligatorisches Nicht nur Nonsens hinterlasse, erbitte ich noch Rat darüber, wie ich am besten ins Verlagswesen (quer-)einsteigen könnte. Das Zauberwort, so Hoffmann, lautet „Praktikum,“ und er deutet auf die junge Dame, die den Stand mitbetreut und ein ebensolches gerade bei Winter absolviert. Na toll! Vor zehn Jahren wäre so ein Hungerlohnstart noch zu überlegen gewesen, aber mit mittlerweile Frau und zwei Kindern ist er für mich jetzt dann doch nicht mehr der gangbarste aller Wege. Denn wie man in Österreich so treffend zu sagen pflegt: „Ohne Göd koa Musi!“

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Mit einem herzlichen, gegenseitigen „Adios“ trennen sich unsere Wege wieder, und ich beschließe, mir heute die Hallen mit den internationalen Verlagen etwas anzuschauen, um zum Schluss nochmal in meiner Stammhalle, der Dreipunktnull (Kinderbuch, Belletristik), eine Ehrenabschiedsrunde zu drehen.

Und interessante Begegnungen gibt es in der Tat auch bei den Internationals. Denn mein Schimmer davon, dass ich mich in der noch unbekannten Messehalle, die ich soeben betrete, bald einer ebenso unbekannten, ja bedrohlichen Macht stellen muss, könnte zu diesem Zeitpunkt blasser nicht sein. Doch mehr dazu, wenn es das nächste Mal heißt: Grindknight bloggt!

Fortsetzung folgt!